Univ. Prof. Harald Dobnig ist ein Pionier der ambulanten minimalinvasiven Behandlung von Schilddrüsenknoten und hat mittlerweile > 1000 PatientInnen aus der ganzen Welt behandelt. Ich durfte nach vielen gemeinsamen Jahren auf der universitären Endokrinologie in Graz 2018 bis 2020 bei ihm im Institut arbeiten und vieles lernen.
Nach Erlernen der Technik in Südkorea hat er sich in Graz und mittlerweile Kumberg eine einzigartige Expertise erarbeitet. Besonders gut ist die Methode für grosse überfunktionierende oder auch kosmetisch störende Knoten geeignet.
In der Publikation, die gerade in The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism erschienen ist, werden die Daten detailliert zusammengefasst:
Die Studie untersuchte, wie häufig gutartige Schilddrüsenknoten nach einer einmaligen Behandlung mit Wärme – Radiofrequenzablation (RFA) wieder wachsen oder – bei hormonaktiven Knoten – erneut eine Überfunktion auslösen. RFA ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem der Knoten mit Hitze gezielt verkleinert wird. Untersucht wurden fast 900 Patientinnen und Patienten.
Für die Auswertung standen Langzeitdaten von mehr als 3 Jahren zur Verfügung: 437 Personen mit normalen (nontoxischen) Knoten und 58 mit hormonaktiven (toxischen) Adenomen. Die meisten Knoten waren solide, also größtenteils festes Gewebe. Zu Beginn hatten die Knoten im Durchschnitt ein Volumen von etwa 7 bis 10 Millilitern.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Knotengröße nach RFA deutlich und dauerhaft verringerte.
Nach 1 Jahr waren die nontoxischen Knoten im Durchschnitt um 79 % kleiner, nach 5 Jahren sogar um 86 %. Bei den toxischen Adenomen betrug die Verkleinerung nach 1 Jahr 84 % und nach 5 Jahren 89 %. Dieser Effekt blieb langfristig stabil.
Bei einigen Patientinnen und Patienten kam es zu einem erneuten Knotenwachstum: Etwa 7 % der nontoxischen Knoten wuchsen im Verlauf wieder, was einer geschätzten Rückfallrate von 17 % über bis zu 8 Jahre entspricht. Bei den hormonaktiven Knoten traten bei rund 12 % erneute Überfunktionen auf (21 % über 7 Jahre). Die meisten dieser Fälle ließen sich anschließend gut behandeln – entweder mit einer kleinen Dosis Radiojod oder einer zweiten RFA.
Komplikationen waren insgesamt selten und meist mild.
Insgesamt zeigt die Studie, dass eine einmalige RFA bei den meisten Betroffenen langfristig erfolgreich und sehr sicher ist.