von cand.med. Anna Schreiber
Jeder weiß, hochverarbeitete Lebensmittel sind nicht gerade gesund, aber kann es sein, dass dies nicht nur an dem enthaltenen Zucker, Fett und hohem Kaloriengehalt liegt, sondern auch an Konservierungsstoffen?
Genau das legen die Ergebnisse der französischen NutriNet-Santé-Kohorte nahe, die kürzlich in Nature Communications publiziert wurde Hasenböhler A. et al. . Dafür wurden zwischen 2009 und 2023 die Daten von insgesamt 108.723 Erwachsenen untersucht und 12 weit verbreitete Zusatzstoffe identifiziert, die mit einem signifikant höheren Risiko für Diabetes mellitus Typ II einherzugehen scheinen.
Zu den wichtigsten zählen:
Kaliumsorbat (E202): Hier wurde bei hohen Konsumenten ein mehr als doppelt so hohes Risiko (HR 2,15) im Vergleich zu Nicht-Konsumenten festgestellt.
Natriumnitrit (E250): Ein klassischer Stoff in verarbeitetem Fleisch, der das Risiko um etwa 50 % erhöhte.
Säuerungsmittel: Auch vermeintlich harmlose Stoffe wie Zitronensäure (E330) und Phosphorsäure (E338) zeigten statistische Zusammenhänge mit einer erhöhten Diabetes-Inzidenz, wenn sie fernab ihrer natürlichen Matrix vorkommen.
Wenn man alle Konservierungsstoffe insgesamt betrachtet und den höchsten mit dem niedrigsten Konsum vergleicht, kann ein um 47 % erhöhtes Risiko (HR 1,47) festgestellt werden.
Woran könnte das liegen?
Vermutlich liegen verschiedene biologische Mechanismen dahinter. Experimentelle Daten deuten darauf hin, dass Stoffwechselstörungen, Entzündungsprozesse oder eine Beeinträchtigung der Insulinwirkung hervorgerufen werden kann.
Tatsächlich wurde berechnet, dass diese Konservierungsstoffe etwa 17 % des Zusammenhangs zwischen dem Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln und Typ-2-Diabetes erklären.
Was bedeutet das im Alltag?
1. Frische oder nur minimal verarbeitete Lebensmittel bevorzugen
2. Zutatenlisten lesen und Produkte mit einer langen Liste an E-Nummern meiden
3. Durch das Kochen zu Hause lassen sich schätzungsweise 25 % der gesamten Aufnahme von Konservierungsstoffen vermeiden